Griechenland Athen Marathon 2000


Unsere Reise und Teilnahme am 18. Athen-Marathon
vom  2.11 - 8.11.2000

 
Am 2.11. machten sich 32 Mitglieder des Laufvereins vom Flughafen München mit der Lufthansa, auf die Reise nach Athen. Wie immer war die Stimmung sehr toll.
Angekommen in Athen, wurden wir ins Hotel Royal Olympic, welches direkt im Zentrum lag, mit unserer freundlichen Reisebegleitung  gebracht.
Bereits am frühen Morgen des 3.11. grüßte uns der Tempel des Zeus direkt vor dem Hotel gelegen. Nach einem ausgiebigen Frühstück erwartete uns bereits ein Bussamt Reiseführer um die Sehenswürdigkeiten der Stadt in einen ersten Augenschein zu nehmen. Unser Weg führte uns am Stadion der ersten Olympiade der Neuzeit vorbei durch das Regierungsviertel und über die wichtigsten Punkte der Stadt. Natürlich fehlte auch ein Ausflug auf die Athener Akropolis nicht. Hier erhielten wir einen ersten Einblick in die alte griechische Kultur und Geschichte, die wohl zu Recht als kulturelle Wiege des Abendlandes bezeichnet werden kann. Was diese Kultur lange vor Christi Geburt fertig gestellt hat steht in  krassen Widerspruch zum heutigen Stadtbild und den modernen Lebensformen – zumindest kann man es so erahnen. Am Nachmittag konnten wir die Plaka, die alte Innenstadt von Athen näher erkunden und uns an fremder Lebensweise und griechischem Essen erfreuen.
Der 4. November begann für die meisten mit einem kleinen Frühstückslauf vorbei am Olympiastadion und durch den Nationalgarten. Nach Dusche und Stärkung galt es nun die Startunterlagen bei der SEGAS, der hellenischen Amateur- Athleten Vereinigung abzuholen. Hier ging das organisatorische Drama in seinen ersten Akt. In einem kleinen Büro an der
Ave. Andrea Singrou versuchten mehrere Helfer für einen geregelten Ablauf zu sorgen. Leider gelang dieses nicht zufrieden stellend. Nach etwa 1,5 Stunden Schlangestehen (es waren ca. 30 Teilnehmer vor uns) gelang es uns endlich auch bedient zu werden. Meldeunterlagen unseres Vereines waren nicht aufzufinden. Nachdem wir eine handschriftliche Liste der Teilnehmer erstellt hatten, prüfte ein anderer Helfer unsere Namen auf der Gesamtliste. Nun wurde händisch für jeden einzelnen Läufer ein Gepäckbeutel zusammen gefaltet, mit einem Blanko-Aufkleber versehen, dieser wiederum von Hand mit der Startnummer versehen. Danach kamen alle nötigen Info- und Werbepapierchen in den Beutel. Die Marathon-T-Shirts (70 US $ Startgebühr) warengerade mal aus und so gab es halt nichts weiter. Ein solches Durcheinander wie bei dieser Startnummernausgabe habe ich bisher noch nicht einem beim ersten Lauf eines kleinen Dorfvereins erlebt und dabei fand der internationale Athen Marathon in diesem Jahr zum 18. Mal statt – Note ungenügend.
Nachdem wir dem Chaos entflohen waren, die Schlange bei der Anmeldung hatte sich natürlich zwischenzeitlich noch erheblich verlängert, brachen wir erst einmal nach Piräus auf um bei hoffentlich frischer Meeresluft dem Smog der Großstadt etwas zu entfliehen.
Neben verschiedenen Marktständen an den von Fisch bis zu Obst alles geboten war, was man sich vorstellen kann, findet man dort den wohl größten Fährhafen Griechenlands in dem sich ständig eine größere Anzahl von Fährschiffen tummelt. Wer mag kann die Chance nutzen und sich mit einer der Fähren in die griechische Inselwelt aufmachen. Sehenswert ist auch der nahe liegende Yachthafen und die verschiedenen kleinen Bars und Restaurants am Ufer.
Wer wollte konnte auch ein kleines Bad im Meer nehmen. Mit dem öffentlichen Nahverkehr ging es zurück in die City – auch hier wartet bis 2004 nach einiger Verbesserungsbedarf. Der Abend endete natürlich für die Teilnehmer des Marathons schon recht früh, denn die steigungsreiche Strecke von Marathon nach Athen hat es bei 24 Grad Celsius und mit dem entsprechenden Smog schon in sich.
Am 5. November gingen wir nun von unserem Hotel zu Fuß zum Stadion um uns von Bussen zum Start nach Marathon bringen zu lassen. Dort wurden dann Olivenzweige zum Andenken an die alten Helden verteilt. Unter dem Spalier von griechischen Frauen mit Fackeln ging es dann auf die Strecke. Die Strecke selber ist wie bereits erwähnt durch ihr Höhenprofil und die schlechte Luft, sowie das relativ warme Wetter sehr anspruchsvoll. Leider fehlen landschaftliche oder städtebauliche Höhepunkte fast vollständig. Auch die Publikumsresonanz war sehr mäßig. Verpflegungsstationen befanden sich ca. alle 2,5 km. Leider gab es für den hinteren Teil des Feldes ab km 25 keine Wasserversorgung mehr, da bereits alle Flaschen ausgegeben waren. Nun ja, die Läufer behalfen sich halt durch das Aufheben  halbvoller Flaschen von der Straße um so wenigstens irgendwie über die Strecke zu kommen. Vielleicht sollte damit das Gefühl des Boten Phidippides von 490 wiederauferstehen.
In Athen angekommen, nimmt der Autoverkehr (zum Teil auch direkt neben den Läufern) erheblich zu. Das Gefühl einer abgesperrten Strecke kommt hier auf manchen Streckenabschnitten nicht mehr ganz auf. Während die Läufer im hinteren Teil des Feldes langsam dem Stadion nähern erhob sich nach ca. 5 Stunden der offizielle Zeitnehmer (mit Stoppuhr) von seinem Platz und beendet die Zeitnahme. Die Uhr auf dem Begleitwagen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bei 5 Stunden angekommen. Das irgendwann die Medaillen
Im Ziel ausgingen, muss glaube ich ebenso wenig erwähnt werden, wie die Tatsache, dass diese Medaillen weder umgehängt noch verteilt wurden, sondern man sie einfach irgendwo abholen durfte. Gleiches gilt übrigens für die Blanko- Urkunden des Laufes, die auf einem Tisch herumlagen. Den dramatischen Schlusspunkt setzte dann der Tod eines deutschen Laufteilnehmers, der kurz vor dem Ziel vermutlich ein Herz-Kreislauf-Versagen erlitt. Leider war zu diesem Zeitpunkt weder ein Notarzt- noch ein Krankenwagen im Ziel verfügbar.
Unser Abend in der Plaka, bei dem die leeren Kohlehydratspeicher wieder aufgefüllt wurden.
Der 6. November steht zur freien Verfügung und so teilte sich unsere Gruppe auf: Einige gingen zum Einkaufen, andere wiederum fuhren auf eine der Inseln zum baden.
Der 7. November ist für uns der Ausflug in die griechische Geschichte. Unter Leitung eines Reiseführers ging es zunächst einmal zum Kanal von Korinth. Dieser Weltbekannte Kanal ist mit seinen steilen Uferböschungen und den verschiedenen Brücken schon sehenswert.  Zu unserem Glück durchfuhren gerade zwei Schiffe den Kanal. Weiter ging es in die alte griechische Metropole Alt-Korinth. In den Ausgrabungsfeldern der Stadt erhält man einen eindrucksvollen Überblick über die einstige Macht und Pracht die von diesem Handelsort mit seinen zwei Häfen ausgegangen sein muss. Unser nächstes Ziel heißt Mykene. Dort an einem der Wirkungsorte des Deutschen Heinrich Schliemann soll sich auch der sagenumwobene Wohnort des griechischen Königs Agamemnon befunden haben. In dieser  landschaftlich schönen Gegend fand Schliemann seine berühmten Gräber und auch das Löwentor. Nicht weit entfernt befindet sich mit dem großen Kuppelgrab eines der besterhaltenen Sehenswürdigkeiten der antiken Welt. Allein das Gewicht der Deckenplatte über dem Eingang beträgt ca. 120 Tonnen – eine bautechnische Meisterleistung.
Weiter geht es nach Nauplia, der kleinen Hafenstadt mit seinen venezianischen Festungen. Hier wird jedoch nur kurz verweilt, da das Amphitheater von Epidaurus uns ruft. In  dieser hervorragend erhaltenen Stätte alter Schauspielkunst fanden ca. 14.000 Zuschauer Platz. Weltberühmt ist dieses  Theater für seine einzigartige Akustik, diese erschließt sich dem Besucher jedoch nur bei Windstille in den frühen Abend- und Morgenstunden. In der Antike war Epidaurus jedoch durch seine Mysterien zur Heilung von Kranken bekannt. Hier wirkte angeblich der Gott- Ähnliche Heilkundige Asklepios. Sehenswert sind insbesondere die Funde von Deckenmosaiken der alten Rotunde und das vermutliche Vorbild der korinthischen Säulen.
Am Mittwoch neigt sich unser Athen- Aufenthalt schon wieder dem Ende zu. Wer mag ging noch letzte Einkäufe tätigen oder versuchte Fotos des Athen Marathons zu bekommen. Kurz
Nach dem Mittag brachte uns der Bus wieder zum Flughafen von wo es am Nachmittag bereits wieder nach München ging.


zurück zur Übersicht LV on Tour